Ihr Lieben,
ich habe meinen ganzen Mut zusammen genommen und Euch meine Probleme geschrieben.....vielleicht wißt ihr da weiter.
Eigentlich bin ich ja hier gelandet weil ich Hilfe für den Hund meiner Tochter suchte. Nun ist Arthus tot und zwei Tage später kam unsere ältere Tochter zu Besuch.
Sie hat seit 1999 psychische Probleme und am Ende einer vier jährigen Therapie wurde sie magersüchtig, woran sich bis heute nichts geändert hat, trotz verschiedener Therapien und Klinikaufenthalt.
Wenn sie zu uns kommt will sie wissen wann wir essen und was, möchte alles planen, sich aber nicht wirklich nach jemand richten, trotzdem aber zusammen essen.
Dann muß alles schön sauber sein und nach einem gewissen Rahmen ablaufen, sprich sie plant alles.
An dem besagten Tag fing sie an unseren Tisch abzuputzen und dabei hatte ich vorher schon geschaut ob er einigermaßen sauber ist, denn schon früher hatte sie mir vorgehalten dass ich eine schlechte Hausfrau sei und sie sich bei uns nicht wohlfühlen würde.
Wobei ich sagen muß dass meine Mutter mich früher schon immer als „schlechte Hausfrau“ bezeichnete, weil ich keine Ordnung hatte. Nicht dass es bei mir nie aufgeräumt gewesen wäre, aber ich habe auch nicht ständig hinter jedem hergeputzt und wenn mein Mann etwas am Haus arbeiten wollte wo er Hilfe gebraucht hat, habe ich das lieber gemacht als „Hausfrau“ zu spielen.
Früher war es schon meine Mutter die ständig etwas an mir und meinem Haushalt auszusetzen hatte, oder daran wie wir lebten, mit unserem Geld umgingen oder unsere Kinder erzogen.
Unsere Tochte stand wohl auch in einem Zwiespalt zwischen uns und meiner Mutter. Zwischen Puppenstube und altem Bauerhof mit Tieren und Mist.
Wir hatten uns nämlich irgendwann nach viel Ärger mit meiner Mutter dazu entschlossen Weg zu ziehen, weg von meiner Mutter. Wir kauften ein altes Bauernhaus und lebten dort recht glücklich.
In den Ferien oder mal am Wochenende war Anja bei meiner Mutter zu Besuch. Jedes Mal danach war sie aggressiv gegen mich uns unser Haus.
Sie war öfter mal etwas komisch, man durfte nie das Wort "schlecht" sagen, aber wir machten uns leider keine Gedanken darüber. Das meine Mutter unser Haus nicht gut fand und wie wir lebten mit unseren Schweinen, Pferd, Hund und Schafen das war uns schon klar aber was sonst noch so gestichelt wurde ist nie richtig raus zu bekommen gewesen, da Anja nichts auf ihre Oma kommen ließ.
Später erzählte sie mal dass die Kinder im Schulbus über unseren Hof gelästert hätten weil dort Unordnung wäre.
Und meine Mutter sagt mir heute noch dass sie „dort“ nie hätte leben wollen.
Ich weiß zwar jetzt dass unsere Tochter sich nicht für liebenswert hält und schmutzig fühlt wegen damals, aber es kann doch auch nicht sein dass sie „alles“ darf und wir uns in unserer Wohnung nach ihr richtig müssen und uns dreckig finden müssen weil wir nicht in einer Puppenstube leben wollen.
Es gab also Freitag vor einer Woche eine Auseinandersetzung bei der unsere Tochter ziemlich kühl war und voll auf Ihrer Ansicht dass sie nichts gemacht hätte was falsch gewesen wäre, sie würde bei einer Freundin auch den Tisch abputzen wenn er ihr zu schmutzig wäre, was sie anders sieht.
Sie war der Ansicht die ganze Auseinandersetzung bringt nichts und sie fuhr dann nach Hause.
Später habe ich ihr dann gesagt dass es für mich so nicht funktionieren kann sich zu treffen, weil ich keine Lust mehr habe mich zu verbiegen und immer wenn sie oder meine Mutter zu uns kommen, am überlegen bin ob auch ja alles sauber genug ist oder extra nicht meine Heimarbeit mache und lieber Ordnung mache.
Ich finde es besser wenn wir uns irgendwo anders treffen, solange ich damit nicht klar komme. Das akzeptierte sie zwar, aber sie versteht mich kein bisschen. Wenn sie allerdings Kummer hat, bin ich als Mülleimer recht.
Am nächsten Tag kam meine Mutter abends zu uns, es war eigentlich so geplant dass wir alle zusammen, mit unserer jüngeren Tochter Anke (Frauchen von Arthus) und Schwiegersohn ein wenig zusammen sitzen wollten und unseren Wein aus dem Ungarn-Urlaub testen wollten.
Ich merkte an dem was meine Mutter erwiderte wenn ich in der Unterhaltung meine Meinung äußerte, dass etwas zwischen ihr und mir stand.
Am nächsten Tag wollte ich der Sache nachgehen und sie war gleich so was von komisch dass ich mir denken konnte dass es mit unserer Tochter zusammenhing.
Irgendwann wurde es ein richtiger Streit und meine Mutter meinte: „Wenn ich schon weiß dass unsere Tochter suizidgefährdet ist(das war sie mal in der Vergangenheit) wäre es doch besser wenn ich als Mutter nicht wegen „Kleinigkeiten“ mit ihr streiten würde.
Das heißt ich solle mich doch nicht so anstellen, dass sagt gerade die Frau bei der ich all das nie hätte sagen dürfen.
Wo ich mich nie, bis heute nicht, abgrenzen durfte.
Das hatte ich erst vor drei Jahren in einer Therapie gelernt.
Aber seit dem meint meine Mutter wäre ich ja sooo anders und würde auf meiner Meinung beharren......
Ein paar Tage später kam sie dann während unserer Arbeitszeit(wir arbeiten zu Hause) zu uns und wollte uns fragen ob ich mit gehe zum Haustür aussuchen. Dazu muß ich Euch erklären dass wir mal in ihrem Haus wohnen sollen. Später dazu mehr.....
Ich war an dem Tag so überfordert von der Art wie sie über den Streit hinweg ging und meinte dort weiter machen zu können als wäre nie ein Streit gewesen, dass ich mich vollkommen zu machte und sagte was das bringen sollte, es gehe ja doch nur nach ihr und ein Kompromiss wäre niemals das was wir uns erträumt hätten.
Nun muß ich Euch erklären wie das ganze Durcheinander entstanden ist.
Vor drei Jahren (kurz bevor ich in Therapie ging) bekam unsere Anke, das Haus in dem wir (Anke, Schwiegersohn, mein Mann und ich) wohnen, von dem Lebenspartner meiner Mutter überschrieben. Zuvor waren wir in diesem Haus Mieter, wir sind dort eingezogen nach dem wir unser Geschäft schließen mussten und meine Mutter uns eingeredet hatte dass man uns unser Haus „wegnehmen“ würde wegen der Schulden von Geschäft. Wir haben dabei alles verloren was wir hatten und noch mal ganz von vorne angefangen.
Leider haben wir meiner Mutter geglaubt und erst später vom Schuldnerberater erfahren dass meine Mutter nicht recht gehabt hat, aber da hatten wir unser Haus, unseren Traum schon nicht mehr.
Wie sagte sie damals, "hör doch einmal auf mich und sei vernünftig"....Ich war damals 39 Jahre und vollkommen am Ende genau wie mein Mann.
Mit der Zeit merkten wir wie unwillkommen(beim Freund meiner Mutter) wir dort waren, hatten aber nicht mehr die Möglichkeit dort wegzugehen aus finanziellen Gründen und wegen unserer Arbeitstelle. Wir benötigen einen ziemlich großen beheizbaren Raum für die Drehmaschinen an denen wir arbeiten und es muß im Umkreis von 7km um den Ort sein wo die Firma ansässig ist.
Als unser Schwiegersohn arbeitslos wurde haben wir mit dem Freund meiner Mutter gesprochen ob Anke und Micha sich das obere Stockwerk ausbauen dürften und so kam es dann dass die beiden mit ins Haus einzogen und wir uns nicht mehr so ganz „unwillkommen“ fühlten. Denn Anke hätte das Haus ja mal bekommen sollen.
Durch meiner Aufklärung über Erbrecht hatte der Lebenspartner meiner Mutter, der Anke das Haus schon jetzt überschrieben und das war dann eben vor drei Jahren.
Damals an Weihnachten 2007 äußerte dann unsere ältere Tochter wie arg sie dass der Anke neiden würde und ihr Freund fing dann noch an zu sticheln wie prinzessinenhaft Anke leben würde mit zwei Pferden und sie würde nicht mal dafür arbeiten müssen.
Es gab eine schlimme Auseinandersetzung und da stand für mich fest dass ich eine Therapie beginnen würde, denn sonst hätte ich unsere Familie nicht mehr ertragen.
Anke fürchterlich geweint und dem Freund meiner älteren Tochter gesagt dass sie ihn nicht mehr bei sich in der Wohnung haben möchte.
Seit diesem Streit hat unsere Familie irgendwie einen Riss, denn uns ist völlig unklar was da los war. Unsere ältere Tochter muß der Anke fürchterlich neidisch sein und stellt sie ganz anders hin als sie ist.
Anke hatte von meiner Mutter Geld bekommen damit sie umbauen konnte, auf den Streit hin hatte dann Anja (ältere Tochter) mit meiner Mutter geredet und auch diese Summe bekommen, damit sie nicht benachteiligt ist.
Bei all diesen Streitigkeiten hatte meine Anja mir mal erklärt dass meine Mutter mich beim Erben ja mal nicht „übergehn“ möchte und mich deshalb als Vorerben einsetzen würde,Nacherbe ist dann Anja.
Anders gesagt sollte ich meine Mutter und ihren Freund mal pflegen.
Und helfen wenn sie nicht mehr „können“. Meine Mutter sagt sie möchte doch dass wir "ein Dach " überm Kopf hätten. Vor allem aber will meine Mutter dass „jemand aus der Familie“ in ihrem Haus wohnt und Anja will ja nicht hier wohnen.
Seit einer Auseinandersetzung mit viel Verletzung durch den Freund meiner Mutter, haben mein Mann und ich den Kontakt zum Freund meiner Mutter abgebrochen und ihr gesagt dass ich
ihn nie pflegen werde.
Vor einem Jahr als meine Mutter begriff dass wir hier überhaupt nicht glücklich sind und vielleicht lieber im Süden leben würden, hat sie uns „erlaubt“ auf ihrem Grundstück schon mal jetzt eine Hecke anzupflanzen, dann könnten wir uns ja vielleicht doch wohl fühlen.
Wir hatten uns fast schon gefreut endlich mal zu wissen dass wir mal später „ein Nest“ haben würden wo wir noch mal leben können und alles gestalten können wie es uns gefällt, da kam meine Mutter auf die Idee, sie könne doch jetzt schon mal neue Kellerfenster kaufen.
Soweit ganz okay bis sie dann auf die Idee kam auch eine neue Haustür müsste rein. Wir mähen den Rasen, mein Mann macht ihr alle Kleinigkeiten denn ihr Lebenspartner ist ziemlich krank und kann nicht mehr alles allein.
Denn dass wollte sie unsprünglich nicht sondern wir hätten das später mal machen können wie wir wollen. Nun hat sie Sorge das dass Geld weniger wert sein wird und will nun doch schon einen neue Tür.
Das ist sicher ihr Recht, ganz klar, aber wir sind eigentlich immer nur die die helfen sollen und für alle dasein und das tut weh.
Nur um uns geht es dabei nicht wirklich, bei unserer älteren Tochter nicht und bei meiner Mutter auch nicht. Ich bin nur die unbequeme Tochter die nie so war wie sie sich mich gewünscht hat, das war immer schon meine ältere Tochter.